Fahrlässige Tötung eines „Osmanen-Rockers“?

FOCUS online berichtet, dass die Ermittlungen gegen einen SEK-Beamten, der bei einem Einsatz ein zur den „Osmanen“ gehörendes Mitglied erschossen hatte, eingestellt wurden. Fraglich ist indes, ob man gegen den richtigen „Täter“ ermittelt hat.

In diesem Zusammenhang muss nämlich die Feststellung, der Festnahmeeinsatz sei schief gelaufen, weil ein weiterer Beamter absprachewidrig im Rücken des Schützen eine Blendgranate gezündet hatte, den Verdacht der fahrlässigen Tötung gem. § 222 StGB nach sich ziehen. Insoweit gilt nämlich, dass die Verletzung von taktischen Vorgaben ein Indiz für die Vorhersehbarkeit der Folge (hier also der Tötung) ist (vgl. Fischer, StGB, 66. Auflage 2019, § 222 Rn. 26). Interessant wäre daher zu wissen, ob man auch ein Verfahren gegen den Kollegen des Schützen eingeleitet hat.

Autor: Florian Albrecht


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