Umverteilung ist keine Lösung!

Aktuell wird berichtet, dass der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, das Armutsgefälle in Europa für die Wohnungseinbruchkriminalität in Deutschland verantwortlich macht. Ähnlich hatte sich bereits hinsichtlich anderer Delikte der scheidende Innenminister von Baden-Württemberg, Reinhold Gall (SPD), in der Vergangenheit geäußert.

Wenn man solche Bekanntmachungen vernimmt, gewinnt man den Eindruck, dass kriminelle Handlungen von Armen und Bedürftigen als ganz normal hingenommen werden müssen und womöglich nur mittels von Umverteilung bekämpft werden können. Mit der aktuellen Forderung der Grünen nach einer Vermögenssteuer wird dann quasi ein Beitrag zur Kriminalprävention geleistet.

Die Behauptung, dass Armut zu Kriminalität führt, stimmt nicht und lässt sich auch empirisch nicht belegen (Schwind, Kriminologie, 20. Auflage 2010, § 12 Rn. 21). Zahlreichen armen Menschen gelingt es in ganz Europa, sich anzupassen und einzuschränken (vgl. Schwind, Kriminologie, 20. Auflage 2010, § 12 Rn. 21). Kriminalität entsteht nicht durch Armut, sondern vielmehr durch ein unterentwickeltes Unrechtsbewusstsein und fehlenden inneren Halt (vgl. Schwind, Kriminologie, 20. Auflage 2010, § 12 Rn. 22). Wenn Armut hinzukommt, führt dies allenfalls dazu, dass die letzten einer kriminellen Karriere entgegenstehenden inneren Barrieren noch überwunden werden (vgl. Schwind, Kriminologie, 20. Auflage 2010, § 12 Rn. 23).

Wenn der Präsident des Bundeskriminalamts uns weismachen möchte, dass Wohnungseinbrüche ihre Grundlage in einem Armutsgefälle in Europa finden, ist das gefährlich, weil er offensichtlich die Grundlagen der Kriminalitätsbekämpfung nicht kennt: Nicht Umverteilung, sondern Erziehung und Anleitung zur Normakzeptanz können Kriminalität verhindern. Zudem werden die dramatischen Auswirkungen eines Wohnungseinbruchs (sozusagen als soziale Investitionen) relativiert und mithin die Opfer verhöhnt, wenn wir uns mit solchen einfachen Erklärungsversuchen abspeisen lassen.

Autor: Florian Albrecht


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