Feltes/Weingärtner/Weigert, „Ausländerkriminalität“, ZAR 2016, 157

In einem aktuellen Beitrag für die Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik (ZAR) befassen sich die Autoren Feltes/Weingärtner/Weigert mit dem Thema Ausländerkriminalität. Im Ergebnis stellen sie fest, dass die „ausländische Herkunft […] kein kriminogener Faktor [ist]. Vielmehr stellen die jeweilige Lebenssituation und –geschichte einen wichtigen Anhaltspunkt für die Entstehung von Delinquenz dar.“ (S. 164)

Anlässlich ihrer Erhebung weisen die Autoren darauf hin, dass es angesichts des Umstandes, dass polizeiliche Kriminalstatistiken „unzuverlässig“ und „wertlos“ sind (S. 159) kaum verlässliche Zahlen gibt, die sich für eine deliktspezifische vergleichende Betrachtung der Kriminalitätsbelastung von Ausländern und Deutschen eignen.

Allerdings könne festgestellt werden, dass andere Kriminalitätsformen (bspw. Wirtschaftskriminalität, Regierungskriminalität und Korruption) nachweislich weitaus größere gesellschaftliche Schäden verursachen, als dies für den Bereich der Ausländerkriminalität für möglich gehalten werden könne: „Allein die Wirtschaftskriminalität verursacht jährliche Schäden von 4,6 Milliarden Euro und ist damit für über 50 Prozent des Gesamtschadenvolumens aller in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Straftaten verantwortlich. Die Verfolgung dieser Taten lässt tatsächlich den Eindruck zu, dass hier und nicht beider Ausländerkriminalität ein ‚rechtsfreier Raum‘ besteht.“ (S. 162).

Die Verfasser belegen überdies allerdings auch anschaulich, dass die aus überwiegend jungen Männern bestehenden Migrantengruppen in besonderem Maße kriminalitätsbelastet sind. Dadurch unterscheiden sie sich nicht von identischen Gruppen junger männlicher Deutscher. Im Ergebnis wird mittels dieser Feststellung allerdings auch anschaulich der Nachweis geführt, dass eine verständige Zuwanderungspolitik solche kriminalitätsbelasteten Gruppen besonders im Fokus behalten muss. Kriminalpolitische Argumente sprechen demnach dafür, dass einem Zuzug junger Frauen und älterer, gut ausgebildeter Männer der Vorzug gegeben werden sollte.

Autor: Florian Albrecht


2 Kommentare

Anmerkungen zu Ulfkotte/Schubert, Grenzenlos kriminell, 2016 – Polizei-Compliance

27. Juli 2016 at 4:33 pm

[…] ihrer Erwartungen an ein sorgenfreies Leben in Deutschland nicht erfüllt sehen. Mithin lässt sich meine Forderung nach einer wirksamen Beschränkung des Zuzugs junger Männer nach Deutschland nochmals aus einem […]

Heinz Stiller

10. Juni 2017 at 9:21 am

Eine der üblichen, ideologisch motivierten und sehr durchsichtigen Versuche deutscher Kriminologen, Migrantenkriminalität klein zu reden. Sie bestreiten dabei Thesen, die so niemand aufstellt, damit sie die Kernfragen unter den Teppich kehren können. Selbstverständlich sind Migranten nicht krimineller, weil sie Migranten sind (mit anderen Worten: ein ausländischer Pass – auch ein weggeworfener – macht nicht krimineller). Aber es sind GERADE die eben migrantentypischen sozialen Merkmale, die sie unzweifelhaft (gewalt-) krimineller machen. Nach der Logik unserer Links-Kriminologen kann sich ab jetzt jedes Gewaltopfer von ihnen damit trösten, dass es nicht vergewaltigt, verletzt, ausgeraubt… wurde, weil es Opfer von Migranten wurde, sondern nur, weil es Opfer von MIgranten wurde, die typische soziale Migrantenmerkmale (jung, männlich, arm, ungebildet… etc.) haben. Das ganze ist haarspaltende Sophisterei. Und ich nehme den Unter-den-Teppich-Kehrern nicht ab, dass sie da nicht wissen, was sie tun.

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