Billigpolizisten auf dem Vormarsch

In einem lesenswerten Beitrag berichtet das FOCUS Magazin über die „kurzsichtige und verantwortungslose“ (Rainer Wendt) Sparpolitik der vergangen Jahre, die zu einer völligen Überlastung unserer Sicherheitskräfte geführt hat. Das Magazin fasst mit Blick auf die laufenden Initiativen der Polizei zur Personalgewinnung zusammen: „Kurzfristig lassen sich solche Fehlplanungen allerdings kaum korrigieren. Die Ausbildung eines neuen Polizisten dauert mindestens drei Jahre. Von den 3.000 Bundespolizisten, die Innenminister Thomas de Maizière (CDU) zugesagt hat, werden die ersten im Frühjahr 2019 ihren Dienst verrichten.“

In Folge des hohen Personalbedarfs muss nunmehr immer häufiger auf „Billigpolizisten“ zurückgegriffen werden. So wird etwa in Sachen eine Wachpolizei errichtet. Rafael Behr äußerte insoweit berechtigt die Sorge: „Es könnte sich als fatale Entscheidung erweisen. Problematisch finde ich vor allem, dass sie voll uniformiert und bewaffnet sind. Wenn schon Polizisten schnell überfordert sind, sind Wachpolizisten es erst recht.“

Schlussfolgerung und Empfehlung

Gut ausgebildete Polizeibeamte gibt es nicht zum Spartarif. Mit den seitens der Politik verschuldeten Engpässen werden wir uns noch lange beschäftigen müssen. Zudem wird es mit der Einstellung neuer Beamten nicht getan sein. Wenn wir eine zeitgemäße und qualitativ gut aufgestellte Polizei wollen, muss sich dies auch auf deren Aus- und Fortbildung auswirken. Der Mensch ist und bleibt die wichtigste Ressource.

Vertiefung

Braun, Kommunale Ordnungsdienste in Bayern, BayVBl. 2008, 680-687.

Autor: Florian Albrecht


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