Anmerkungen zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS)

Focus Online berichtet über die beschränkte Aussagekraft der PKS. Tatsächlich soll die Kriminalität über den amtlich ausgewiesenen Werten liegen. Diese Erkenntnis ist nicht zwingend.

Zitiert wird in diesem Zusammenhang der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, wir folgt: „Die tatsächlichen Fallzahlen liegen weit über den in 2017 registrierten Straftaten. Die Wissenschaft geht aufgrund von Erkenntnissen aus der Dunkelfeldforschung und Hochrechnungen von jährlich mindestens 20 bis 25 Millionen Straftaten in Deutschland aus.“ Tatsächlich könnte die Kriminalität aber auch unter den mittels der PKS erfassten Werte liegen. Entscheidens ist insoweit nämlich, dass es sich bei der Statistik um einen bloßen polizeilichen Arbeitsnachweis handelt. „Die polizeiliche Verdachtsstatistik eignet sich lediglich als Nachweis für die Registrierungstätigkeit der Polizei […]“ (Albrecht, P.-A., Kriminologie, 4. Auflage 2010, S. 175). Zu welchem Ergebnis die polizeiliche Straftatenerfassung führt, also zu der Frage, ob die Beschuldigten auch tatsächlich verurteilt werden, trifft die PKS keine Aussage. Fest steht insoweit allenfalls, dass die Statistik „nicht von einer unabhängigen Instanz erstellt [wird], sondern von einer Institution, die ein hohes Interesse an diesem kriminalitätsbezogenen Zahlenwerk hegt.“ (Albrecht, P.-A., Kriminologie, 4. Auflage 2010, S. 176). Und mehr Kriminalität dürfte für die Polizei auch mehr Personal und mehr Ressourcen bedeuten. Gleichwohl besteht natürlich das Problem, dass es zur Beschreibung der Kriminalität besser geeignete statistische Werke nicht gibt. Der Aussagewert der PKS ist dennoch sehr beschränkt.

Autor: Florian Albrecht

 


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